Tag 19: Was Snell macht, wenn die offiziellen Daten schweigen
Snell bekommt seine Zeiten aus zwei Quellen: von Mitfahrenden, die ihren Standort teilen, und aus dem offiziellen Echtzeit-Feed, der jede Minute neue Zeiten liefert. Meistens klappt das gut. Aber manchmal steht dieser Feed still, und dann wird es heimtückisch: Die letzten Zeiten sehen weiter echt aus, obwohl sie längst veraltet sind.
Snell hat dafür einen Wächter, der merkt, wenn der Feed stillsteht, und dann in der App einen Hinweis zeigt. Heute Nacht haben wir ihn verbessert. Der Hinweis bleibt jetzt auch bei Störungen, die viele Stunden dauern. Veraltete Vorhersagen landen nicht mehr als echte Zeiten in unserem Archiv. Und wenn Mitfahrende einen Zug wirklich fahren sehen, zählt das mehr als jede Ausfallmeldung.
Dazu kam eine Lücke bei Ausfällen: Züge, die schon ausfallen, bevor sie überhaupt im Feed auftauchen, hat Snell bisher gar nicht mitgezählt. Jetzt holen wir dafür die offiziellen Ausfallmeldungen und ordnen sie den Fahrten zu. In einer ersten Stichprobe hat das bei 84 von 88 ausgefallenen Zügen gepasst.
Warum mir das wichtig ist: Am Dienstag stand ich selbst am Kölner Hauptbahnhof, und meine S6 fiel ohne Ansage aus. Eine App, die in so einem Moment falsche Sicherheit verbreitet, ist schlimmer als gar keine. Lieber sagt Snell ehrlich: Gerade wissen wir weniger als sonst.
Was ist euch lieber, wenn eine App etwas nicht sicher weiß: eine Schätzung oder ein ehrliches „weiß ich gerade nicht“?
Heute gelernt: Vertrauen entsteht nicht durch perfekte Daten, sondern dadurch, dass man ehrlich sagt, wann sie fehlen.